Oberösterreich mauserte sich zum Solarland Nummer eins. Doch der Bund erschwert den weiteren Ausbau.
Ein Viertel der Solaranlagen Österreichs und der Großteil aller Photovoltaik - Anlagen werden in Oberösterreich errichtet. Von Thomas Hartl
„Oberösterreich beweist, dass gezielte Förderungs- und Informationsaktivitäten einen enormen Aufschwung für die Ökoenergie erzeugen können“, sagt Energie-Landesrat Anschober. Er verweist auf die aktuellen Vergleiche neuer Solarenergieanlagen für die Erzeugung von Warmwasser in Österreich, die von der Solarwirtschaft erstellt wurden: In Oberösterreich sind aktuell 25,9 Prozent der Solarfläche Österreichs installiert, damit führt unser Bundesland klar vor Kärnten mit 19,66 Prozent und Niederösterreich mit 13,4 Prozent. Damit dieser Vorsprung noch weiter ausgebaut wird, investiert Oberösterreich in Information, Beratung und Förderung. „2004 wird wieder ein gutes Jahr. Wir haben bereits jetzt eine Verdoppelung der Solaranlagen im gewerblichen Sektor im Vergleich zu 2003", freut sich Anschober über die steigende Akzeptanz der Solarenergienutzung in Gewerbe und Industrie.
Der Grüne Landeschef appelliert an die Bundesregierung, eine engagierte bundesweite Solarförderung zu verwirklichen, anstatt einen Sperrriegel für Ökostrom durch die geplante Novellierung des Ökostromgesetzes zu produzieren. „Gerade angesichts der Ölpreisentwicklung wäre alles andere ökonomischer wie ökologischer Unsinn“, so Anschober.
Da der Bund im Frühjahr 2003 die Photovoltaikanlagenförderung de facto eingestellt hat, unterstützt das Land Oberösterreich diesen Ökostromsektor im Alleingang. „Photovoltaik ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit, Ökostrom selbst zu produzieren und damit aktiv zum Klimaschutz im Energiebereich beizutragen. Denn Windkraft-, Kleinwasserkraft- oder Biogasnutzung sind für den einzelnen schwierig zu realisieren", so Anschober. "Mit unserer Oberösterreich - Offensive haben wir in den vergangenen 16 Monaten rund 450 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3,5 Megawatt Leistung gefördert - das entspricht einer Fläche von 5 Fußballfeldern, die Sonnenstrom ins Netz liefern!", so der Energie-Landesrat.
“Das ist der mit Abstand größte PV-Zuwachs aller Bundesländer. Oberösterreich wurde in den vergangenen Monaten immer stärker zum Sonnenland Nr1.“ Die Bundesregierung solle die geplanten Verschlechterungen für die Ökostromzukunft stoppen. „Es darf doch nicht wahr sein, dass die Politik in Sonntagsreden vom Klimaschutz und von der Verringerung der Atomstromimporte spricht, aber gleichzeitig den Ausbau der Ökoenergie behindert“, so Anschober.
Neben Sonnenenergie setzt OÖ auch Akzente in anderen Sektoren: 70 Kleinwasserkraftwerke werden derzeit revitalisiert und eine Biogasoffensive läuft auf Hochtouren: Mehr als 20 Anlagen sollen heuer die behördliche Genehmigung erhalten. Weiters sollen fünf Biomassegroßkraftwerke realisiert werden. "In Summe sind wir mit Riesenschritten dabei, den Ökostromanteil deutlich zu erhöhen." schließt Anschober seine Zwischenbilanz über den größten Ökoenergie-Boom, den es bisher im Land gegeben hat. „Die 2-Prozent-Grenze wurde mittlerweile deutlich überschritten.“
oö.planet Nr. 34/04