Der Count-Down läuft

Kyoto-Protokoll zum Schutz des Weltklimas tritt in Kraft. Oö. Klimapakt als Neustart in der Klimaschutzpolitik.

Von Gerlinde Larndorfer-Armbruster

Was viele KlimaschützerInnen fast nicht mehr zu hoffen wagten, ist nun doch eingetreten - Russland stimmte dem Kyoto-Protokoll zu, um sich im Gegenzug die Unterstützung der EU für einen russischen Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) zu sicher.

Damit ist der Weg frei für das weltweite In-Kraft-Treten des 1997 im japanischen Kyoto ausgehandelten Abkommens, das vorsieht, dass die Industriestaaten ihren Ausstoß von sechs gefährlichen Klimagasen bis zum Zeitraum 2008 - 2012 um 5,2 Prozent unter den Stand von 1990 bringen. Da die USA aus dem Vertragswerk ausgestiegen sind, konnte nur mit der Zustimmung Russlands die völkerrechtliche Verbindlichkeit erreicht werden. Dazu musste es nämlich von mindestens 55 Industriestaaten ratifiziert werden, die zusammen für mindestens 55 Prozent der Treibhausgas-Emissionen des Jahres 1990 verantwortlich waren.

Damit wird es nun auch für Österreich ernst, denn der Count-Down läuft: Österreich hat sich verpflichtet, 13 Prozent seiner Treibhausgase zu reduzieren. Derzeit liegt Österreich aber zehn Prozent über den Werten von 1990 und müsste daher fast eine Viertel seiner Treibhausgase einsparen. Wenn Österreich nicht sehr schnell Klimaschutzmaßnahmen im Inland ergreift, werden etwa 80 Prozent der Reduktionsverpflichtung aus dem Ausland zugekauft werden müssen, warnen Experten – und das kann teuer werden.

„Daher muss es zu einem Neustart in der Klimaschutzpolitik auf Bundesebene und in den Bundesländern kommen,“ fordert Umweltlandesrat Rudi Anschober und kündigt an, einen umfassenden Klimapakt in die OÖ Landesregierung einzubringen.

oö.planet Nr. 35/04